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Foto: Flickr / Andreas Ivarsson

Nach einem langen Tag auf dem Bürostuhl gibt es für mich nichts schöneres, als mich auf meiner Yogamatte wie eine Katze in alle Richtungen zu strecken. Die Mischung aus kräftigenden und entspannenden Übungen einer Anusara-Stunde geht bis in die kürzesten Muskeln des Körpers, fordert mich heraus und lässt mich gleichzeitig allen Stress vergessen. Schon oft habe ich nach einer Klasse gedacht: Wow, mein ganzer Körper vibriert!

Auf meinen wöchentlichen Kurs der mich angenehm auspowert, lasse ich also eigentlich nichts kommen. Doch hatte ich mir vor einiger Zeit – ich will es nicht „Neujahrsvorsatz“ nennen – vorgenommen, offener für und neugieriger auf neue Dinge zuzugehen. Was also, überlegte ich, versteckt sich eigentlich hinter der Bezeichnung „Yin Yoga„, das jeden Freitag von Katrin oder Juliane unterrichtet wird?

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„Im Yin Yoga verweilen wir mehrere Minuten lang in den Positionen, um das tiefe Bindegewebe zu dehnen. Das längere Verweilen in den Stellungen stimuliert die Meridiane und fördert den Energiefluss im Körper. Yin Yoga ist genau dann richtig, wenn wir uns nach mehr innerer Ruhe und Stille im Leben sehnen,“
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erklärt Katrin. 

Für geübte Yogis ist es sicherlich auch möglich, komplizierte Balance-Positionen so lange zu halten, doch im Yin Yoga liegt der Schwerpunkt auf Asanas im Sitzen oder Liegen. Herausgefordert wird hier das Bindegewebe um die Gelenke herum, dass mit Hüftöffnern, Rück- und Vorbeugen vorsichtig gedehnt wird – und hallo, liebe Faszien, ihr seid ja auch noch da!

Während ich mich langsam in einen intensiven Twist hinein atme, beginnt es in meinem Kopf zu rascheln: Wollte ich nicht noch Brot kaufen? Morgen muss ich dringend die Präsentation vorbereiten und die Fenster müssen auch unbedingt mal wieder geputzt werden! In solchen Momenten, habe ich gelernt, gilt es den Gedankenstrom anzunehmen, aber nicht weiter zu beachten und sich nur auf die Dehnung zu konzentrieren und in Kopf und Körper sanft und gelassen zu werden.

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Hinter dem Wörtchen „Yin“ versteckt sich die chinesische Bezeichnung für das Weibliche, es steht für Ruhe, Sanftheit und Langsamkeit und ist der Gegenpol zum „Yang“, das für das Männliche sowie für Ehrgeiz, Leistungsorientierung und Schnelligkeit steht.
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Im Idealfall sind Yin und Yang ausgeglichen, und da unser Alltag bei den meisten schon eine große Portion „Yang“ enthält, kann man das „Yin“ in so einer Yoga-Stunde auf das gleiche Level bringen. Und tatsächlich: Nach etwas mehr als einer Stunde intensiven Dehnungen fühle ich mich entspannt und aufgeweckt zugleich.

Um den Stress und die Anforderungen der vergangenen Werktage abzugeben und sich ein bisschen Ruhe zu gönnen, finden unsere Yin Yoga – Klassen immer am Freitagabend von 20 – 21.15 Uhr in der Stargarder Straße statt. Unterrichtet wird abwechselnd von Katrin und Juliane.