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„Was ihr nicht tut mit Lust, gedeiht euch nicht“
(William Shakespeare)

Wie die Wohnung schon wieder aussieht: das dreckige Geschirr stapelt sich auf der Spüle, es müsste dringend mal wieder gesaugt werden – und von der Steuererklärung, die ich seit Wochen, vielleicht sogar Monaten, aufschiebe, wollen wir gar nicht anfangen.

Erwachsensein kann so anstrengend sein! Ich habe keine Lust darauf, diese Aufgaben zu erledigen, möchte mich viel lieber mit einem guten Buch auf mein Sofa verziehen und mich aus der Welt ausklinken, einen langen Spaziergang machen oder ein Eis essen. Doch womöglich werde ich den vorwurfsvollen Blick des Schmutzgeschirrs nicht mehr lange ertragen können. 

Halt, denke ich: Habe ich nicht letztens erst über „Bhakti“ recherchiert? Mit Bhakti bezeichnet man auf Sanskrit Liebe und Hingabe zu Gott oder dem großen Ganzen, dem man sich verbunden fühlt – ohne dass sich ständig das Ego einschaltet, weil es eigentlich etwas anderes machen möchte. Bhakti sollte überall sein. Und gehört nicht streng genommen auch die Steuererklärung zum „großen Ganzen“?

Genau so viel Hingabe, wie ich den schönen Dingen – einer Verabredung mit der besten Freundin, einem großer Eisbecher, einer Stunde Lesen oder natürlich meiner Yogapraxis – in meinem Leben widme, versuche ich in dieser Woche auch den eher unangenehmen Dingen zu schenken.

Und ich bin mir sicher: aus dieser anderen Perspektive verliert sogar das dreckige Geschirr das Einschüchternde!