In der Weihnachtszeit  geht es ja immer hemmungslos rührselig zu. Ich habe mir dieses Jahr das Weihnachtsoratotium angehört und von all den Aufforderungen zum Jauchzen und Frohlocken in mein Herz sinken lassen. Oder, um mit dem Weihnachtsoratorium zu sprechen “Doro aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen”.

Und da ward ihr gewahr: Anusara-Yoga ist ja auch sehr herzbetont! Wir bemühen uns, es in einer Linie mit Füßen, Becken und Kopf auszurichten. Es lässt sich sogar in einem sogenannten Loop mit dem dem Kopf verbinden, somit die zwei sich endlich auch mal einig sein können. Wir stärken die Rückenmuskeln und lockern die Schultern, damit die Schulterblätter von hinten das Herz stützen können…wobei das natürlich eher metaphorisch zu verstehen ist, die spitzen Schulterblattknochen sollen nicht unsere Pumpe aufspießen..das yogische Herz sitzt mittig, und es ist nicht mit Blut befüllt, soweit ich weiß. Dafür kann es sich öffnen und nach vorne strahlen, und mit gedehnter Brustmuskulatur geht das noch besser. Da entsteht dann Raum für etwas, von dem ich wiederholt in den Yogastunden gehört habe. Das Ding, das weiß, was richtig ist für mich und meinen Körper: Der “innere Lehrer.”

Im Oratorium war es eine vor Kitsch triefende Strophe, die mich besonders anrührte: ”Ach mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanftes Bettelein, zu ruhn in meines Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein!” Zuckersüß.An Weihnachten darf es eben in dieser Hinsicht krachen.

Mein innerer Lehrer heißt nicht Jesus, aber er hat sein Bettchen auf jeden Fall in diesem inneren Wohnzimmer, an dem wir mit den yogischen Herzöffnern herumwerkeln.

 

In diesem Sinne: Frohe Festtage!