In letzter Zeit war ich kaum beim Yoga. Manchmal ist das so, es gab halt viel zu tun. Zum Beispiel war ich sehr eingenommen von meinem Pflegehund. Ein wunderbar zugewandtes Hundewesen, das total im Moment lebt. Er  ist ganz ohne Yogapraxis ungleich beweglicher und  agiler als ich.
Mir als Vertretungsfrauchen mangelte es also nicht an emotionaler Nahrung in Form von freundlicher Ansprache, Tobe- und Kuschelsessions und erstaunlich vielen neuen Begegnungen. Auch frische Luft und Bewegung ist mir länger nicht in solchem Maß zuteil geworden. Ich war sogar mit ihm joggen – viele Menschen lieben das ja, es sei meditativ. Vielleicht ist es ja Meditation für Fortgeschrittene..mir fehlt da irgend etwas. Überhaupt: Obwohl ich in allerlei Hinsicht so versorgt und ausgelastet war, irgend etwas fehlte. Jeden Tag wurde das Leben ein kleines bißchen lauter und langweiliger, mein Körper fühlte sich täglich ein kleines bißchen steifer und substanzloser an. Ich bewohnte wieder mehr den Kopf und sein Hamsterrad und wurde langsam aber sicher unleidlich.

Zurück im Yogacircle. Der Einstieg in die Stunde ist mühselig, ich empfinde es nicht als angenehm, Zugang zum Körper zu finden. Bei den ersten Asanas erwarte ich, dass gleich das Quietschen rostigen Metalls ertönt. Was für eine blöde Idee, zum Yoga zu gehen! Aber nach einer Weile passiert es: Das innere Ächzen dem wohligen Aaaaahh!

Kennt ihr es schon?